Bewusst Motorrad fahren vs. Autofahrt

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Bewusst Motorrad fahren vs. Autofahren

Vor einiger Zeit war ich mit meiner Tochter auf einer gemeinsamen Motorradtour unterwegs. Irgendwann fragte ich sie, was für sie eigentlich den Unterschied zwischen Motorradfahren und Autofahren ausmacht.

Ihre Antwort kam ziemlich schnell:

„Auf dem Motorrad ist man der Natur viel näher, man sieht viel mehr, man nimmt mehr wahr. Man fühlt die Natur einfach mehr.“

Damit hat sie ziemlich genau beschrieben, was auch ich am Motorradfahren schätze.

Im Auto fahre ich meistens, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Beim Motorradfahren ist das anders. Natürlich gibt es auch dort ein Ziel. Aber der Weg dorthin bekommt eine ganz andere Bedeutung.

Motorradfahren bedeutet für mich bewusster wahrnehmen

Auf dem Motorrad nehme ich meine Umgebung intensiver wahr. Temperaturen verändern sich spürbar, Gerüche sind unmittelbarer und Landschaften wirken anders als hinter der Windschutzscheibe eines Autos. Eine kurvige Landstraße ist nicht einfach nur die Verbindung zwischen zwei Orten.

Gleichzeitig verlangt Motorradfahren meine volle Aufmerksamkeit. Straßenverhältnisse, andere Verkehrsteilnehmer, Kurven, Abstände und Geschwindigkeit müssen ständig im Blick bleiben.

Bewusst Motorrad fahren

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum ich auf dem Motorrad so gut abschalten kann. Meine Gedanken sind nicht bei den nächsten Terminen oder Aufgaben. Meine Aufmerksamkeit ist dort, wo ich gerade bin.

Es ist für mich eine besondere Form, vollkommen im Moment zu sein.

Verantwortung fährt immer mit

Eine meiner ausgeprägten Stärken ist Verantwortung. Auch sie zeigt sich beim Motorradfahren.

Ich fahre gerne zügig, brauche dabei aber meinen persönlichen Sicherheitspuffer. Ich möchte Situationen einschätzen können und genügend Spielraum haben, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.

Auf dem Motorrad wird sehr unmittelbar deutlich, dass ich die Verantwortung für meine Entscheidungen trage. Geschwindigkeit, Abstand, Streckenwahl und die Einschätzung einer Situation liegen bei mir.

Verantwortung bedeutet für mich dabei nicht, möglichst vorsichtig durchs Leben zu gehen. Sie bedeutet, Entscheidungen bewusst zu treffen und anschließend auch die Konsequenzen dafür zu tragen.

Das gilt auf dem Motorrad genauso wie in vielen anderen Bereichen meines Lebens.

Leichtigkeit gehört genauso dazu

Neben Verantwortung gehört Leichtigkeit zu meinen ausgeprägten Stärken.

Und genau diese Kombination finde ich beim Motorradfahren wieder.

Ich kann aufmerksam und verantwortungsvoll unterwegs sein und gleichzeitig einfach genießen. Nicht jede Tour muss bis ins Detail geplant sein. Manchmal reicht eine grobe Richtung und die Entscheidung, loszufahren.

Unterwegs begegnen sich Motorradfahrer und grüßen einander, obwohl sie sich nicht kennen. Man hält irgendwo an, trinkt einen Kaffee oder bleibt stehen, weil die Aussicht gerade einen Stopp wert ist.

Für mich braucht es manchmal nicht mehr.

Motorrad, Straße, Landschaft und Zeit.

Wenn der geplante Weg plötzlich endet

Auf unserer gemeinsamen Tour standen meine Tochter und ich irgendwann vor einer Straßensperrung.

Wir mussten umdrehen und einen anderen Weg suchen. Natürlich hätten wir uns darüber ärgern können. Stattdessen haben wir die Strecke geändert, eine zusätzliche Pause gemacht und einen Kaffee getrunken.

Auch darin erkenne ich etwas, das sehr zu mir gehört: Flexibilität.

Ein Plan darf sich verändern. Eine unerwartete Situation muss nicht automatisch zur Störung werden. Manchmal entsteht gerade daraus etwas, das vorher überhaupt nicht vorgesehen war.

Die Straßensperrung hat unsere Tour nicht schlechter gemacht. Sie hat sie einfach verändert.

Verantwortung, Leichtigkeit und Flexibilität gehören zu den Stärken, die mich besonders prägen. Wer sich mit der Frage beschäftigt, was die eigenen Stärken sind, findet hier eine ausführlichere Einordnung.

Warum Motorradfahren so gut zu mir passt

Wenn ich darüber nachdenke, warum mir Motorradfahren so viel gibt, liegt die Antwort nicht allein im Motorrad.

Auf dem Motorrad kommen mehrere Dinge zusammen, die sehr gut zu meiner Persönlichkeit passen. Dabei zeigt sich auch, wie unterschiedlich persönliche Stärken und Fähigkeiten im Alltag wirken können.

Verantwortung bedeutet für mich, meine Entscheidungen selbst zu treffen und für sie einzustehen. Leichtigkeit lässt mich den Moment genießen, ohne aus allem eine Aufgabe zu machen. Flexibilität hilft mir dabei, einen veränderten Weg nicht sofort als Problem zu betrachten. Und die intensive Wahrnehmung sorgt dafür, dass meine Aufmerksamkeit ganz bei dem liegt, was gerade passiert.

Vielleicht hat meine Tochter es deshalb mit ihrem Satz am Anfang viel einfacher auf den Punkt gebracht.

Auf dem Motorrad nimmt man mehr wahr.

Für mich gilt das nicht nur für die Landschaft. Manchmal nimmt man dabei auch sich selbst ein Stück bewusster wahr.

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